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ALOISIUS - vom Fohlen zum Reitpferd

Loisls Umzug

Eigentlich wollte ich nicht weg vom Klingerhof. Die Landschaft mit ihren Bergen, die netten Menschen und ihr Dialekt, die im Laufe der Zeit unsere Freunde geworden waren, die schöne Ferienwohnung im Holzblockhaus und vor allem die Freiheit, die Loisl in der Offenstall-Herde genoss, all das und vieles mehr machten uns einen Abschied sehr, sehr schwer. Ich hatte die Entscheidung aber jetzt lange genug hinausgezögert. Loisls Sommerekzem wurde trotz Heides Fürsorge immer schlimmer. Mir wurde klar, dass diese freie Haltungsform, so schön sie für Loisl auch sein mochte, schlichtweg dieser Erkrankung widersprach. Es ging einfach nicht anders. "Zum Wohle des Tieres" sagte ich mir immer wieder, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Denn Loisl in eine Box zu sperren, war mir zutiefst zuwider.

Die Suche nach dem richtigen Stall

Es war Sommer und wir entschlossen uns zu einer kleinen Radtour mit unserer Tochter. Kurz hinter unserem Wohnort gab es ein paar Pferdeställe, die wir uns ansehen wollten. Der erste Stall hatte kleine Boxen mit Paddocks und sogar eine ganz kleine Reithalle. Die Sauberkeit ließ zwar etwas zu wünschen übrig, aber das Hauptproblem war, dass es sich um einen von den Einstellern bewirtschafteten Stall handelte. Es gab kein verantwortliches Personal und niemanden, der die Pferde fütterte oder ausmistete. Das ging nicht, auch wenn das sicher die billigste Unterstellmöglichkeit war. Es musste möglich sein mal einen Tag nicht im Stall anwesend zu sein oder auch mal ein paar Tage in den Urlaub zu fahren.

Der zweite Stall, den wir an diesem Tag besuchten, hatte eine Box in "stallfrei.de" ausgeschrieben. Hier gab es Boxen ohne Paddock, aber täglicher Weidegang war immerhin möglich. Ein genauerer Blick in die Boxen der eingestellten Pferde zeigte aber schnell, dass das Thema Sauberkeit hier nicht gerade im Vordergrund stand. Außerdem war die Box, die mir gezeigt wurde, extrem dunkel. Durch die obere Hälfte der Boxentüre kam nur wenig Licht herein und wenn diese geschlossen wurde, war die Box eine Dunkelkammer. Ist das nicht Tierquälerei? Es gab leider auch keine Reithalle oder andere Annehmlichkeiten für Reiter oder Pferd. Also abgelehnt!

Stall im Magdalenenhof-Faber

Der Stall im Magdalenenhof-Faber

Den dritten Stall aus "stallfrei.de" haben wir eine Woche später besucht. Es war der Magdalenenhof-Faber in Dachau. Dort wurden wir gleich von Hr. Faber empfangen, der sich uns freundlich aber äußerst bestimmt vorstellte. Er macht von jeher keinen Hehl daraus, dass er ein sehr kritischer Stallbesitzer ist, der nicht jeden Einsteller annimmt. Am liebsten seien ihm Familien mit Kindern! OK, diese Hürde hatten wir schon mal genommen. Bei der Besichtigung des Stalls verschlug es uns den Atem. Das war schöner, sauberer und heller als alles was wir jemals als Stall gesehen hatten. Eine Boxengasse wie aus dem Werbeprospekt, helle Boxen mit Paddocks, eine riesige Reithalle mit abgetrennter Longierhalle, ein Reitplatz im Freien und ein riesiges Freigelände mit Sprunghindernissen und Wassergraben. Kurz gesagt, absolut beeindruckend! Wir unterhielten uns eine Weile und glaubten festzustellen, dass Hr. Faber uns durchaus als Einsteller akzeptieren könnte. Wir verabschiedeten uns mit der Übereinkunft, uns nochmal zu melden, wenn es so weit wäre. Ich wollte Loisl schließlich erst nach dem Sommerurlaub zu mir holen. Wir fuhren nach Hause (nur 12 Minuten) und waren uns schon im Auto einig, da wollen wir hin!

Einige Wochen vor dem Sommerurlaub fuhren wir noch mal zum Magdalenenhof-Faber, um die Box fest zu buchen. Leider war Hr. Faber selbst nicht da und wir erhielten von seiner Tochter, Fr. Estner, erst mal keine feste Zusage. Nach einem erneuten Treffen mit Hr. Faber und Fr. Estner wurden wir aber doch freundlich aufgenommen und legten fest, dass Loisl ab September einen Stellplatz bekommt. Wir sprachen auch gleich über Loisls Überführung von Piding nach Dachau. Fr. Estner versprach uns sogar einen Hänger für Pferd und Kutsche zu organisieren. Somit war alles geregelt und wir konnten in Ruhe in unseren letzten Urlaub auf den Klingerhof fahren.

Magdalenenhof-Faber

Willkommen


Der geliehene Hänger

Zurück vom viel zu kurzen Urlaub, setzte ich mich mit Fr. Estner in Verbindung, die mir freudig mitteilte, dass der Pferdehänger bereits da stehe. Ein netter Bekannter von Hr. Faber hatte ihn mir unbekannter weise ausgeliehen. Dafür musste ich mich auf jeden Fall noch erkenntlich zeigen. Als ich Donnerstag-Nachmittag dann am Magdalenenhof ankam, betrachtete ich den Hänger mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits war es schon toll, dass der Hänger vor dem Pferdetransporter einen Platz für die Kutsche hatte, aber die Länge und Höhe des Hängers machten mir schon etwas Angst. Mein Jeep Grand Cherokee war ja nun kein kleines Auto, aber der Hänger überbot ihn in Läng und Höhe bei weitem. Nachdem ich das kürzlich ausgefallene Rücklicht noch provisorisch repariert hatte, fuhr ich mit dem Hänger nach Hause und rangierte ihn in meine Einfahrt. Das war nicht einfach, aber mit Blick in den Rückspiegel geht das doch ganz gut. Man sieht so am besten in welche Richtung sich der Hänger bewegt und wenn man dann noch einen Einweiser hat, der sich auch so hinstellt, dass man ihn sieht (!), verliert das Rangieren mit dem Hänger seinen Schrecken.

Pferdehänger mit Kutschenstellfläche

Der Pferdehänger mit Kutschenstellfläche

Kutschenstellfläche

Genug Platz für meine Kutsche

Der Abschied

Am Freitag-Morgen ging es mit der ganzen Familie los in Richtung Piding. Mit dem leeren Hänger konnte ich auf der Hinfahrt gut üben. Auf die rechte Spur, Tempomat einstellen und rollen lassen. Möglichst mit der gleichen Geschwindigkeit wie die LKWs, dann ist das ein recht entspanntes Fahren. Am Klingerhof angekommen, verluden wir zuerst die Kutsche. Der Hänger hat zwei Auffahrrampen und eine Seilwinde, so dass die Kutsche in Null Komma Nix aufgeladen war. Wir verzurrten sie mit einigen Ratschengurten und banden die Räder auf den Schienen fest.

Aufladen der Kutsche

Aufladen mit der Seilwinde

Kutsche auf dem Hänger

Geschafft, die Kutsche ist drauf

Dann rangierte ich vor den Offenstall und machte die Klappe des Pferdeabteils schon mal bereit. Mit Leckerlies in der Futterschüssel und viel Heu in einem aufgehängten Heunetz versuchten wir Loisl die Reise so angenehm wie möglich zu machen. Ich war mir nicht sicher ob der Bursche einfach so mit in den Hänger steigen würde. So ganz allein war er nur als Fohlen mal im Hänger gefahren, sonst war er immer zusammen mit seinem Kumpel Ferdinand unterwegs. Ich versuchte die Situation zu entschärfen indem ich mit ihm intensive Führübungen auf dem Reitplatz machte. Anja beobachtete mich verwundert, aber ich konnte mich noch gut an das letzte Verladen von Anjas Haflingerstute "Ositha" erinnern, die irgendwie gemerkt hatte, dass sie in die Fremde musste und den Klingerhof nie wieder sehen würde. Es war ein mächtiges und aufreibendes Stück Arbeit sie zum Einsteigen zu bewegen. Es ist doch erstaunlich, was diese intelligenten Tiere alles mitbekommen und wie "menschlich" sie dann reagieren! Bei Loisl wollte ich das vermeiden. Ich wusste, dass er nach einer Weile Führübungen immer sehr durchlässig wurde und es immer mehr akzeptierte kommandiert und geführt zu werden.

Verladen

Loisl geht ganz selbstverständlich in den Hänger

Im Hängerdrin
"Super, hier drin gibt es was zu fressen!"

Nachdem ich diesen Zustand bei ihm wieder wahrnahm, führte ich ihn in den Hänger und er folgte mir mit aller größtem Selbstverständnis. Sofort war sein Kopf in der Futterschüssel und wir konnten problemlos den Sperrbügel und die Klappe schließen. Ich hing ihn an der im Hänger befindlichen Kette mit Panikhaken an und lobte ihn laut. Er interessierte sich aber für gar nichts anderes als die Futterschüssel. Also rein ins Auto und los. Ich behielt das Fenster noch offen, um zu hören ob er tobte, aber es blieb ruhig. Anja hatte mir noch den Rat gegeben nicht stehen zu bleiben, sondern in einem Ruck durchzufahren und wenn Stau sei, doch lieber von der Autobahn runter zu fahren. Der Abschied ging so schnell, dass wir gar keine Zeit hatten traurig zu sein. Julia musste dann doch ein paar Tränen vergießen, aber wir versprachen: "Wir kommen wieder nach Piding und bedenke, jedes Ende ist zugleich auch ein Neuanfang!" Wir trauerten alle ein wenig aber freuten uns zugleich auf den Magdalenenhof-Faber in Dachau...

Abschied

Servus Anja! Tschüss Klingerhof!

Blick zurück

Auf der Autobahn: Kontrollblick durch das Heckfenster

Die Ankunft

Vorsichtig rollten wir von der Autobahnausfahrt Freimann über die B471 nach Dachau. Wir waren alle heilfroh gut angekommen zu sein. Wir öffneten die Seitentür des Pferdeabteils und Loisl lugte frech heraus. Die Futterschüssel war leer, der Heusack war beinahe leer und der Panikhaken der Kette hatte ausgelöst, d.h. Loisl musste doch ganz schön rumgetobt haben. Ich hatte schon beim Fahren mehrmals das Gefühl, dass der Hänger am Auto herumzerren würde. Das war wohl Loisl. Mir fiel aber auch auf, dass die Apfelstücke, die Loisl bei der Abfahrt aus der Schüssel geworfen hatte nicht mehr am Boden lagen. Wie war er da nur hinunter gekommen? Klar, mit der Anbindekette ging das nicht. Ich glaube Loisl ist ein kleiner "Houdini". Egal, jetzt wurde erst mal ausgeladen. Loisl kletterte aus dem Hänger und schaute sich ängstlich um. Er hatte wohl erwartet Zuhause zu sein. Nun ja, das war er ja auch. In seinem neuen Zuhause eben.

Ankunft

"Wo bin ich?"

Ich ließ ihn erst mal um sich schauen und etwas Gras fressen. Zwischendurch musste er ein paar Mal nach seiner Herde wiehern. Wahrscheinlich machte er das, um mir ein noch schlechteres Gewissen zu machen als ich sowieso schon hatte. Dann führte ich den hoch erregten Burschen durch die Boxengasse, vorbei an den anderen Pferden, in seine bereits vorbereitete Box.

Der Einzug

Einzug in den Magdalenenhof-Faber ...

In die neue Pferdebox

... und in seine neue Box

Ich hakte den Führstrick aus und schloss hinter mir die Schiebetür mit den engen Gitterstäben. Ängstlich sah er sich kurz um und blieb ganz nah bei uns direkt am Gitter. Sein Durchfall zeigte zusätzlich seine Nervosität. Er tat mir so leid. Ich ging wieder in die Box und versuchte ihn durch streicheln zu beruhigen. Ich zeigte ihm die automatische Tränke, aber er verstand nicht, dass er mit der Nase draufdrücken musste um neues Wasser zu bekommen. Er war halt nur das große Tränkebecken in Piding gewohnt, in dem er oft den ganzen Kopf badete. Also ließ ich Wasser nach und drückte noch ein paar Mal auf den Auslöser als er trank. Schon bald hatte er verstanden wie das funktioniert. Die nächste Hürde war der Lamellenvorhang ins Freie zu seinem Paddock. Wir hingen ein paar Lamellen zur Seite, so dass er durch die Lamellen durchschauen konnte und riefen ihn von der anderen Seite. Erst als ich ihn mit einem Leckerli lockte, traute er sich den Kopf durch die Lamellen zu stecken und dann seinen Körper ganz langsam durchzuschieben.

Der Lamellenvorhang

Mit dem Kopf schaut er schon durch

Auf dem Paddock konnte er gut beobachten wie wir den Hänger entluden, ordentlich putzten und wieder in den Originalzustand versetzten. Für die Kutsche war sogar ein überdachter Stellplatz vorhanden. Loisl beobachtete uns bei der Arbeit und beäugte ängstlich aber neugierig sein neues Zuhause und seine Boxennachbarin, die kleine "Leni". Die Box auf der anderen Seite war leider noch leer. So gerne hätte er näheren Körper- und Riechkontakt zu den anderen Pferden gehabt, aber die waren zu weit weg.

Die erste Freundin

Loisls erste Freundin "Leni"


Erste Erkundungen
Wir blieben noch eine Weile bei ihm und machten dann mit Hr. Faber eine kleine Kutschfahrt, um die nähere Umgebung kennen zu lernen. Als wir auf den Magdalenenhof zurückkamen, begrüßte uns Loisl mit einem freudigen Wiehern. Eine gute Stunde hatte er nun ohne uns ausgehalten und war sehr froh uns wiederzusehen. Wir streichelten und tätschelten ihn noch eine Weile aber seine Unruhe ließ kaum nach. Wir verabschiedeten uns bei Loisl, denn wir waren alle sehr geschafft. Dieser Tag war anstrengend, - körperlich und vor allem mental!

2. Tag

"Was soll ich hier?"

Am nächsten Morgen, es war ein herrlich sonniger Samstag, ging es nach dem Frühstück sofort zu Loisl. Selbst meine Mutter fuhr mit und war genauso gespannt wie wir, wie es Loisl wohl gehen würde. Er stand brav fressend in seiner Box und begrüßte uns noch immer sichtlich nervös. Fr. Estner erzählte uns dann, dass er am Abend noch lange gew(eint)iehert hatte und sie ihn oft gestreichelt und beruhigt hat. Nach gut zwei Stunden war dann Ruhe und er ergab sich seinem Schicksal. Da mein schlechtes Gewissen gewaltig war, beschloss ich Loisl zu helfen indem ich ihn beschäftigte. Wir versuchten ihn zu putzen, waren uns aber nicht sicher über die Stallgepflogenheiten. Putzen und satteln in der Box? Oder in der Boxengasse? Wo die Hufe auskratzen? Na ja, das würden wir schon noch lernen. Ich putzte und sattelte Loisl einfach komplett in der Box und fertig. Es war mir heute wirklich nicht wichtig wie und wo das passierte. Ich führte Loisl durch die Boxengasse und die besetzte Reithalle in die kleine Longierhalle. Ich führte ihn erst ein paar Runden, damit er sich alles in Ruhe ansehen konnte. Dann stieg ich auf ohne nachzugurten, da ja in diesem Zustand an ein Galoppieren gar nicht zu denken war. Unruhig gingen wir Runde um Runde im Schritt. Auf mein "Teeerabb"-Kommando reagierte er nur widerwillig aber trabte dann doch los.

In der Reithalle

Zum ersten Mal in der Reithalle

An dieser Stelle hätte ich es gut sein lassen sollen, aber es war ja so schönes Wetter und es gab ja noch so viel Neues zu entdecken. Also schob meine Frau das große Tor nach draußen auf und wir gingen raus in Richtung Freigelände. Loisl war sehr unsicher und sehr unruhig. Ich konnte ihn aber gut kontrollieren. Die Begleitung der Familie machte es möglich, dass wir bis zum Freigelände gehen und dort im Schritt die Hindernisse und den Wassergraben erkunden konnten. Und dann kam es wie es kommen musste: Loisl wollte mit seinem Bewegungsmangel und dem vielen Adrenalin im Blut losgaloppieren und bockte unruhig herum und mir rutschte der bewusst nicht nachgegurtete Sattel zur Seite weg. Ich konnte mich so nicht mehr im Sattel halten und landete unsanft im Gras, - gut, dass ich Helm und Schutzweste an hatte. Mein Gott, bin ich doof, - damit musste ich doch rechnen! Der wegrutschende Sattel war mir doch schon damals bei meinem ersten Galopp mit Loisl zum Verhängnis geworden. Ich ärgerte mich über mich selbst. Loisl blieb stehen und drehte sich verwundert zu mir um. Ich sprach beruhigend auf ihn ein und erkannte, dass sogar der Zügel abgerissen war. Ich führte ihn zurück in den Stall und war froh, dass nicht mehr passiert war. Nach diesem Erlebnis war Loisl scheinbar ganz froh wieder in der Box zu sein. Immer wieder nahm er mit der Schnauze Kontakt zu mir auf, - war das eine Art "Entschuldigung"? Ich gab ihm doch gar keine Schuld...

Unruhig im Gelände

Loisl ist sehr unruhig beim ersten Geländerundgang


Der Waschplatz
Der Waschplatz am Magdalenenhof ist schön angelegt. Über einen beweglichen Schwenkarm kann man den Wasserschlauch hervorragend Händeln. Es stehen mehrere Anbindeplätze zur Verfügung. Dazu wurden an einem massiven Rohrgestänge mehrere Anbindeketten mit Panikhaken befestigt. Natürlich fiel Loisl nichts Besseres ein, als seinen riesigen Kopf zwischen das Rohrgestänge und die vor ihm befindliche Betonwand zu stecken. Dabei verklemmte er sich natürlich und riss sich in seiner Panik zwei ganz schöne Wunden in die Haut. Eine am Unterkiefer, dort stand eine Schraube heraus und eine über dem Auge, die von der Betonwand stammte. Man merkt halt doch, dass er erst 4 1/2 Jahre alt ist, einem älteren Pferd würde so was kaum passieren. Das Waschen funktionierte aber trotz seiner Unruhe ganz gut. Nass, aber mit hellem, sauberem Langhaar führten wir ihn zurück in die Box. Im Stall gibt es sehr wenig Insekten. Mehrere Insektenvernichter und viele Stallschwalben tragen das ihre dazu bei. Für Loisl ist das optimal. Nachdem er einigermaßen trocken war, sprühte ich ihm ein wenig PowerPhaser auf den Bauch, was auch die letzten Fliegen verscheuchte. Von seinem Sommerekzem war aktuell nur am Kopf etwas zu sehen und auf der Kruppe hatte er eine größere aber fast verheilte Bissstelle, die noch aus Piding stammte. Mit einem etwas besseren Gefühl als am Tag zuvor verließen wir Loisl, der gerade frisches Gras bekommen hatte und uns gar nicht mehr wahrnahm.

Am Waschplatz

Am Waschplatz

Toben in der Longierhalle
Es war Sonntag, es regnete und Loisl hatte wieder kein Stroh in der Mähne oder auf dem Rücken. In Piding hatte er oft im Liegen geschlafen, aber dazu war er hier noch viel zu aufgeregt. Ich beschloss ihn in der kleinen Longierhalle etwas laufen zu lassen. Ich stellte mir vor, dass er an einem enormen Bewegungsmangel litt. Er kannte die Halle zwar schon, aber so frei schien doch alles anders zu sein. Mal tobte er wild herumspringend durch die Halle, dann hielt er wieder inne und schnupperte und horchte. Die bildhübsche Rappstute "Wolke" durfte in der großen Reithalle frei laufen und kam dann auch mal an die Bande zwischen den Hallen. Aufgeregt beschnupperten sich die beiden. Loisl ist ja nie aggressiv zu anderen Pferden, aber man konnte deutlich sehen, dass ihm Wolke ganz besonders gefiel! Schade dass ihre Box so weit weg von seiner war. Als ich Loisl dann an die Longe nahm war sofort Schluss mit dem Rumspringen. Brav ließen sich Schritt, Trab und Halt bei ihm abrufen. Es schien so, als ob er froh wäre etwas tun zu dürfen, das ihm altbekannt war und das er in- und auswendig konnte. Vielleicht erinnerte ihn das an seine schöne Zeit in Piding? - Ach was, der Bursche gewöhnt sich bestimmt schnell ein.

Im Paddock

Loisl gewöhnt sich schon ein



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